Ort und Datum der Geburt einer Legende liegen zumeist verschleiert im
Nebel der Vergangenheit. Für den SL lassen sich, was die Geburt angeht,
zwei Orte ausmachen: Stuttgart-Untertürkheim und Le Mans im Jahr 1952.
Wir erzählen hier, wie alles begann.
Die 24 Stunden von Le Mans zählen seit dem Jahr 1923 zu einem der Höhepunkte in der Welt des Motorsports.
Le Mans ist auch der Grundstein für eine Legende:
den SL.
1952 meldet die Daimler-Benz AG drei der neu entwickelten,
futuristisch anmutenden Mercedes-Benz 300 SL Rennsportcoupés zu diesem
geschichtsträchtigen Ausdauerrennen.
Die anderen Teams waren erstaunt,
aber nicht weiter beunruhigt, denn Mercedes hatte in Le Mans noch
nie eine besondere Rolle gespielt.
Das letzte Rennen lag lange zurück, 1931 holten sich Henri Stoffel und Boris Iwanowski auf einem Mercedes-Benz SSK den zweiten Gesamtrang.
Was 1952 noch wichtiger war: Die Fahrzeuge aus Frankreich, Italien und England hatten deutlich mehr Leistung.
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| © Mercedes-Benz |
Der werksintern W 194 bezeichnete stromlinienförmige Sportwagen mit
phänomenalen cw-Wert von nur 0,25 und merkwürdigem Einstieg durch eine
Klappe (die von der Unterkante der Seitenscheibe bis zur Dachmitte
reichte) trat erstmals am 4. Mai 1952 bei der Mille Miglia an.
In diesem Langstreckenrennen holte er den zweiten Platz.
Mit einem Dreifachsieg beim Preis von Bern kam der 300 SL erneut in die
Schlagzeilen.
Ein legendärer Tag in Le Mans
Am 14. Juni 1952 (Samstag) standen um 16 Uhr 58 hochkarätige Rennwagen am Start. Zur Halbzeit waren es deutlich weniger, insgesamt nur noch
31.
Auch das SL-Team Kling/Klenk fiel aus (Lichtmaschinenschaden).
Die
beiden anderen SL liefen dagegen wie Uhrwerke.
Vier Stunden vor Rennende
drehten noch 19 Wagen ihre Runden, nach 23 Stunden noch 17, vorne
führten die 300 SL uneinholbar.
Die Sieger heißen Hermann Lang und Fritz
Rieß mit einem Gesamtdurchschnitt von 155,575 km/h, ein neuer Rekord in
der Geschichte von Le Mans.
Auf Platz zwei folgten Theo Helfrich und Helmut Niedermayr mit einem weiteren SL.
Einen Sieg der Deutschen Marke hatte keiner im Visier, einen Doppelsieg auf keinen Fall.
Auch nicht der
Veranstalter, bei der Siegerehrung fehlte die deutsche Nationalhymne.
Den ersten und letzten Rennauftritt in Deutschland hatten die 300 SL
im Rahmenrennen des Großen Preises von Deutschland am 3. August 1952 auf
dem Nürburgring.
Lang, Kling, Rieß und Helfrich landeten dort einen
Vierfachsieg.
Alle vier hatten wegen des besseren Überblicks in den unübersichtlichen
Nordschleifen-Kurven abgetrennte Dächer.
Carrera Panamericana
Die härteste Probe wartete auf die 300 SL in Mexiko vom 19. bis 23.
November1952.
Die 3.500 Kilometer lange Carrera Panamericana war damals eine Tortur für alle Beteiligten, vor allem für die Autos.
Die Teams bestanden aus:
- Karl Kling und Hans Klenk (Startnummer
4)
- Hermann Lang/Erwin Grupp (Startnummer 3)
- John Fitch und Eugen Geiger (Startnummer 6) im
Spyder
- “auto motor sport” Sportredakteur Günther Molter saß im Ersatz-Spyder
Nach knapp 19 Stunden erreichten
Kling/Klenk das Ziel vor Lang/Grupp als Sieger, das waren drei Stunden unter dem alten Rekord.
Mit viel Glück, denn bei voller Fahrt prallte ein Geier in ihre Windschutzscheibe, Beifahrer Klenk wurde dabei am Kopf verletzt. Zur Sicherheit wurden abends schnell Gitterstäbe vor
die Scheibe montiert.
Genau so ist der Original-Wagen heute so im Daimler-Benz-Museum in
Stuttgart zu sehen.
Mit diesem Doppelsieg endete die Rennkarriere des W 194.
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| © Mercedes-Benz |
Dedicated to our english readers
The development of the 300 SL (‘Super-Light’) began in 1950, when Mercedes-Benz began to
think about a return to racing. The attempt to reactivate the 1939 W
154 Grand Prix racing car, however, met with failure in Argentina in
1951.
So the engineers pressed forward the development of the new racing
car, some of the components of which came from the 300 model.
Ten W 194 cars were built for the 1952 season. After the Le Mans race,
it was planned to enter the SL in a sportscar race on the Nurburgring.
To shed as much weight from the competing cars, the engineers cut the
roofs off three coupes. A fourth car had been set up as a roadster right
from the start.
To permit easy access, the section of the door
extending into the side of the car was retained, and a small windscreen
was mounted to deflect air and flying insects. This resulted in a weight
advantage of 100 kgs over the coupe.
1952 was an extremely successful year one for Mercedes-Benz racing
cars with victories in various races in Europe.
The last big adventure
of the season was participation in the third Carrera Panamericana
Mexico, a 3,100-km race through Mexico.
Mercedes-Benz entered two coupes
and two roadsters, all powered by engines with 180 bhp.
At the end of
the 5 days and 8 long stages, the team collected a legendary double
victory.
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