Regina Relang gilt als eine der bedeutendsten
Modefotografinnen der Nachkriegszeit. In den 1950er und 1960er Jahren
dokumentierte sie die Haute Couture in Paris, natürlich auch die Kollektionen
von Christian Dior, Pierre Cardin oder Yves Saint Laurent. Die
Ausstellung in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum präsentiert noch bis zum 19. Juli rund
80 herausragende Fotografien, die faszinierende Perspektiven auf die
„Ikonen der Mode“ eröffnen.
Alle Fotografien dieser Ausstellung stammen aus der Sammlung Fotografie
des Münchner Stadtmuseums.
Die 1909 in Stuttgart geborene Regina Relang übergab diesem ihren
umfangreichen Nachlass noch vor dem Tod 1989 in der Bayerischen Metropole im Alter von 83 Jahren.
Das Archiv Relang umfasst über 20.000 Abzüge,
rund 80.000 Negative, mehrere tausend Farbdiapositive sowie zahlreiche
Kontaktbücher aus allen Schaffensphasen.
In der Summe ein einzigartiges Konvolut von
Mode- und Reportagefotografien aus den Jahren 1933 bis 1976.
Für die
Ausstellung in Heidelberg wurden Modefotografien genau aus diesen Jahren ausgewählt.
Originalabzüge aus dem Münchner Archiv sowie großformatige
Reproduktionen entfalten ihren besonderen Reiz überwiegend in
Schwarzweiß.
Ergänzt wird die Fotoschau durch ausgewählte Accessoires
und Kleidungsstücke aus der Textilsammlung Max Berk, dazu kommen noch Modellbüsten und Hüte aus der Sammlung Knapp in Mannheim.
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| Paris 1951: Renée im Kostüm von Christian Dior; Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie, Archiv Regina Relang |
Eine Erfolgsgeschichte
Regina
Relang zählt zu den bedeutendsten deutschen Modefotografinnen des 20.
Jahrhunderts.
Ihre Anfänge waren eng mit ihrem künstlerisch geprägten
Umfeld verbunden – der Vater Professor an der Kunstgewerbeschule
Stuttgart, die Mutter Minna Lang-Kurz Textildesignerin, die Schwester ausgebildete Fotografin.
Nach einem
Malereistudium in Krefeld, Stuttgart und Berlin sowie weiteren Studien
bei Amédée Ozenfant finanzierte Regina Relang ihre Europareisen ab 1932
mit Fotografien, die sie als Autodidaktin mit einer Leica aufnahm.
Relangs Bilder wurden über die Pariser Agentur Three Lions
international vertrieben, erschienen unter anderem in den Modezeitschriften Madame, Vogue und Harper’s Bazaar.
Nach Stationen in Paris und Berlin ließ sich
Relang nach dem Zweiten Weltkrieg in München nieder. Mit eleganten
Modeinszenierungen, die sich an der internationalen Bildsprache
orientierten, prägte sie den Aufbruch der Nachkriegszeit.
Sie arbeitete
für führende Magazine und fotografierte die Haute Couture erfolgreicher
Designer wie Christian Dior, Pierre Cardin und Yves Saint Laurent.
Bis
in die 1970er-Jahre war sie Deutschlands führende
Modefotografin. Zahlreiche Auszeichnungen würdigten ihr Werk.
Luxusträume der 1950er Jahre
In der Zeit des
wirtschaftlichen Aufschwungs inszenierte Regina Relang Mode als Ausdruck
von Eleganz, Modernität und individuellem Stil.
Der von
Christian Dior geprägte New Look bestimmte das Bild der Haute Couture,
die als exklusiver Luxus einer wohlhabenden Minderheit vorbehalten
blieb. So wie heute.
Relangs Fotografien entstanden häufig im urbanen Raum – in den
Straßen von Paris, Münchner Innenhöfen oder im mediterranen Ambiente von Italien.
Natürliches Licht und Bewegung verliehen den Bildern besondere
Lebendigkeit.
Inspiriert von der amerikanischen Mode- und
Gesellschaftsfotografie prägte Relang den Stil der europäischen
Modefotografie nachhaltig.
Modischer Aufbruch in den 1960ern
In dieser Zeit fotografierte Regina Relang international bekannte Models
wie Jean Shrimpton in dynamischen Posen im Stadtbild von München, Paris,
Rom oder Florenz.
Die Mode erschien tragbar, das weibliche Modell
selbstbewusst und präsent.
Relangs Arbeiten spiegelten den
gesellschaftlichen Wandel wider – von der reglementierten Nachkriegszeit
hin zu neuen Freiheiten und emanzipatorischen Impulsen.
Minirock,
futuristische Materialien und innovative Schnitte standen für Aufbruch
und Modernität.
Die Adressatinnen waren Leserinnen des Mittelstands,
deren zunehmende Erwerbstätigkeit neue finanzielle Spielräume eröffnete.
Populäre Trends in den 1970ern
Nun lösten sich modische Vorgaben zunehmend auf: Mini, Midi
und Maxi existierten nebeneinander, Prêt-à-porter trat an die Stelle der
Haute Couture. Popkultur und Hippiemode prägten die Kollektionen.
Relang fotografierte fließende Stoffe, Strick und kräftige Muster mit
verbesserter Blitztechnik, experimentierte verstärkt mit der
Farbfotografie.
Mode erschien nun als Teil einer neuen, vielfältigen
Lebenswelt.
Ikonen der Mode – Fotografien von Regina Relang
26. April bis 19. Juli 2026
Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Hauptstraße 97
D-69117 Heidelberg
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr (auch Pfingstmontag offen)
Dedicated to our english readers
Regina Relang is considered one of the most important fashion
photographers of the post-war period.
She was born in 1906 in Stuttgart, Germany. The daughter of painter Paul Lang
and textile designer Minna Lang-Kurz, her upbringing clearly influenced
both her initial and later artistic pursuits. Her photographs are known
for their elegance, glamour and playful documentation of female fashion.
Relang began her career studying painting at the Academy of Arts in
Berlin before turning to the camera, learning photography as she
traveled around Europe. She found herself particularly drawn to
documenting women, clothing and culture, photographing Andalusian
dancers and female workers in Porto.
In 1938, she began working for
Vogue where her photographs were published in the French, American, and
British editions. This interest in photographing female subjects
continued when she was introduced to the world of fashion photography by
photographer Willy Maywald and moved to Paris.
In the 1950s and 1960s, she
documented haute couture in Paris, including the collections of
Christian Dior, Pierre Cardin and Yves Saint Laurent.
She became one of the most well known photographers in Germany in the
1950s and 60s. In
1972, she was awarded the Federal Cross of Merit, a
medal given to individuals who displayed exceptional service in
political, economic, cultural, or humanitarian fields.
She died in
Munich in 1989, aged 83.
This exhibition shows around 80 outstanding photographs by the artist, furthermore some fashion accessoires.
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