Lamborghini Miura: diese automobile Ikone feiert 2026 einen weiteren runden Geburtstag

In diesem Jahr ehrt das Lamborghini Museum in Sant’Agata Bolognese den Sportwagen Miura. Passend zum 60. Geburtstag ist im Werk die Ausstellung „Born Incomparable“ noch bis zum Januar 2027 zu sehen. 
    von Achim Stahn 


Das Museum zeigt eine besondere Auswahl an Miura‑Exponaten, darunter das erste Chassis von 1965 sowie einen Miura P400 S. 

Der Ausstellungsrundgang erzählt die Entstehung und Entwicklung eines der ikonischsten Modelle der Automobilgeschichte. 

Wie alles begann

Im Frühjahr 1966 erblickte der Wagen aus Sant’Agata Bolognese auf dem 36. Genfer Autosalon seine Premiere. 

Dort standen am 10. März die ersten Besucher am Lamborghini Stand staunend vor einem flachen, orangefarbenen Coupé. 
Das hätte keiner dem erst gerade drei Jahre alten Automobili Lamborghini zugetraut. 

In Genf waren auch in jenem Jahr wie üblich viele spannende Neuheiten zu sehen – zum Beispiel Alfa Romeo 1600 Spider, Jaguar E-Type 2+2 oder Ferrari 330 GTC. 
Doch der Miura stahl allen die Show. Gezeichnet hatte ihn der geniale Marcello Gandini, Design-Direktor von Carrozzeria Bertone.  


Der Wagen war eine stilistische Sensation, seine Konstruktion stellte zudem technisch vieles auf den Kopf. 

So lag der quer eingebaute 3,9 Liter V12 mit vier obenliegenden Nockenwellen, einem Bankwinkel von 60 Grad und vier Weber-Vergaser unmittelbar hinter den Sitzen. 
Er war zusammen mit Getriebe und Differential in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht. 

Eine clevere Idee, denn das sparte Platz, stellte die Ingenieure jedoch vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere bei der Schmierung.

 
Der breiten Öffentlichkeit wurde der Wagen durch die Eröffnungsszene im Film  „The Italian Job“ (1969) bekannt, in der ein orangefarbener Miura über alpine Straßen fährt. Oder durch prominente Besitzer wie Sänger Rod Stewart.


Das ganze Jahr 2026 über verwöhnt weltweit ein umfangreiches Programm an Jubiläumsaktivitäten automobile Fans. 

Federico Foschini, Marketing-Chef bei Automobili Lamborghini:
„Mit dieser Ausstellung möchten wir Besuchern und Enthusiasten die Möglichkeit bieten, einige besonders bedeutende Exemplare aus nächster Nähe zu erleben. 
Zugleich sollen sie die Geschichte des Miura neu entdecken und damit auch seine grundlegende Rolle bei der Prägung der Lamborghini‑DNA“.

Ausführliche Details zum Jubiläums-Jahr

Die Ausstellung „Born Incomparable“ umfasst im Erdgeschoss des Museums einen Bereich, der vollständig dem Miura gewidmet ist. 
Dort werden die wichtigsten Meilensteine seiner technischen und stilistischen Entwicklung anhand besonders repräsentativer Modelle nachvollzogen.
 
Dazu gehört natürlich das Miura‑Chassis – das ursprüngliche Fahrgestell. Es wurde 1965 erstmals auf dem Turiner Autosalon gezeigt. 
Als freigelegte, mattschwarz lackierte Struktur mit dem quer hinter dem Cockpit montierten V12-Motor. 
 
Die sehr leichte Gitterrohrrahmenkonstruktion aus Stahl, geprägt von dünnwandigen Rohren und zahlreichen Gewichtsreduzierungen, wiegt lediglich 120 Kilogramm. 

Sie verkörpert eine radikale technische Lösung, prägte die damalige Architektur straßenzugelassener Sportwagen nachhaltig. 

Die Karosserie entstand später durch die Zusammenarbeit mit der Carrozzeria Bertone.
Die Gestaltung übernahm der junge Marcello Gandini, der damals gerade die Nachfolge von Giorgetto Giugiaro angetreten hatte.  
 
Zu sehen ist auch ein Miura P400 S.
Die Weiterentwicklung des 1966 vorgestellten ersten Miura. 
Der brachte mehrere technische und komfortbezogene Verbesserungen gegenüber dem P400 mit sich.

Dazu gehören zum Beispiel:
- breitere Spur
- überarbeitete Koni‑Stoßdämpfer
- hochwertigere Interieurs
 
Im Miura P400 leistete der Motor zunächst rund 350 PS. In Verbindung mit dem sehr niedrigen Gewicht von unter einer Tonne ermöglichte das Fahrleistungen, die Mitte der 1960er-Jahre außergewöhnlich waren. 

Mit rund 280 km/h Höchsttempo und 6,7 Sekunden für den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h gehörte er zu den schnellsten Serienfahrzeugen der Welt.
 
Zu den bemerkenswertesten Fahrzeugen, die sowohl in der Ausstellung als auch im dafür eingerichteten Sonderbereich zu sehen sind, zählen zwei außergewöhnliche Modelle, die wir hier etwas näher beschreiben.
 
1. Lamborghini Miura Roadster
Das Einzelstück stand im Januar 1968 auf dem Brüsseler Autosalon als Showcar. 
Eine der radikalsten Interpretationen der Miura-Designsprache. 
Ohne Dach, Seitenscheiben oder Schließmechanismen. 

Das Design betont die Reinheit seiner Linien mit einer niedrigeren, stärker geneigten Windschutzscheibe plus komplett neu gestaltetem Heckdeckel mit Blick auf den V12-Motor. 
 
Das Fahrzeug debütierte in einer aufmerksamkeitswirksamen und zugleich eleganten Farbkombination aus Lamè Sky Blue für die Karosserie, weißem Lederinterieur und rotem Teppich. 
 
2. Lamborghini Miura SVJ

Er zählt zu den seltensten und legendärsten Varianten, die jemals vom ersten Supersportwagen der Automobilgeschichte produziert wurden. 

Die Bezeichnung SVJ leitet sich vom Miura Jota ab – dem experimentellen Prototyp, den Lamborghini-Testfahrer Bob Wallace 1970 entwickelte, um das maximale Leistungspotenzial des Miura nach Motorsport-Gesichtspunkten auszuloten.

Nach der Zerstörung des ursprünglichen Jota baten mehrere Kunden Lamborghini darum, straßenzugelassene Fahrzeuge mit ähnlichen Eigenschaften zu fertigen – so entstand der Miura SVJ.

Er wurde in äußerst geringer Stückzahl auf Basis vorhandener SV-Modelle gebaut und mit technischen sowie aerodynamischen Lösungen ausgestattet, die vom Rennprototyp inspiriert waren. 

Der SVJ galt damit als eine der extremsten und begehrtesten Varianten des Miura überhaupt. 

Weitere grandiose Modelle

Neben den historischen Fahrzeugen präsentiert die Ausstellung auch zeitgenössische Interpretationen, die dem Miura und seinem stilistischen Erbe Tribut zollen. 

Darunter der Aventador LP 780-4 Ultimae Roadster Miura Omaggio

Der letzte produzierte Aventador Roadster wurde über das Ad‑Personam-Programm als Hommage an den Lamborghini Miura Roadster desselben Besitzers gebaut.

Das Fahrzeug greift mehrere Designelemente des Miura Roadster von 1968 auf: von der Karosseriefarbe Azzurro Flake (Blau), die vom ursprünglichen Prototyp inspiriert ist, bis hin zu glänzend schwarzen Details in Carbonfaser, die den offenen und radikalen Charakter des historischen Modells zitieren. 

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung das Miura Concept, eine 2006 vorgestellte Designstudie zu Ehren des legendären Miura auf der Gallardo-Plattform. 

Das Projekt unter der Leitung vom Design-Chef Walter de’ Silva interpretiert die Proportionen und Linien des berühmten 1960er-Jahre-Supersportwagens in einer modernen Formensprache. 

Als „What‑if“-Projekt konzipiert, war dieses außergewöhnliche Modell nie für die Serienproduktion vorgesehen.

Dennoch zählt es bis heute zu den beliebtesten Tributen unter Enthusiasten, da es Tradition und Moderne auf eindrucksvolle Weise verbindet.

Der Miura als Kunst

Den Abschluss der Ausstellung bildet ein Kunstwerk von Fabian Oefner. Sein „Disintegrating X – Miura“ erforscht die Struktur und Komplexität des Fahrzeugs anhand einer visuellen Sprache, die Kunst und Ingenieurskunst miteinander verbindet. 
 
Für die Entstehung begleitete Fabian Oefner über fast zwei Jahre die Restaurierung eines Lamborghini Miura SV aus dem Jahr 1972. 
Jede einzelne Komponente wurde fotografiert und anschließend digital rekonstruiert. 
 
Das Ergebnis ist eine zwischen Realität und Imagination schwebende Vision: Der Miura scheint in der Luft zu explodieren oder sich wieder zusammenzusetzen, wobei jedes Fragment nach der Logik von Schwerkraft und Spannung angeordnet ist.
The Lamborghini museum at Sant’Agata Bolognese celebrates the 60th anniversary of the Miura with the exhibition “Born Incomparable”, which runs from March 18, 2026 to January 2027. 

The exhibition path tells the story of the birth, evolution and legacy of one of the most iconic models in the history of the brand, and of the global automotive industry.

The exhibition will feature a special selection of models and content related to the Miura, including the original chassis that was presented in 1965, and a Miura P400 S. 
 
During the year, two particularly rare cars will also be featured: 
- the Miura Roadster, a unique project created by Bertone in 1968
- the Miura SVJ that was derived from the experimental prototype developed in 1970 by Lamborghini test driver Bob Wallace. 
 
Completing the exhibition will be the artwork “Disintegrating X – Miura” by artist Fabian Oefner, reproduced at a 1:1 scale. 
 
Alongside this exhibition, the museum will continue to display other iconic models, including Countach, LM002 and the most recent Few-Off creations.

In 2026, Automobili Lamborghini will also host a broader program of celebrations. 
Throughout the year several worldwide initiatives dedicated to the Miura will take place.

 

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