Den Porsche 992, vielen besser bekannt als Porsche 911, gibt es in vielen verschiedenen Varianten. So ist er als Coupé, Cabrio, oder auch als kompromissloser Purist für die Rennstrecke zu haben. Eine der beliebtesten Varianten ist aber der Targa.
Den fuhren wir um selbst herauszufinden, ob er wirklich alltagstauglich ist, vielleicht sogar als Erstwagen eingesetzt werden kann. Ja, das kann er tatsächlich für Singles und Pärchen sein.

Nur 19 Sekunden ...
Seit mittlerweile acht Generationen gelten die Porsches der 911er Baureihe weltweit als Maßstab im Sportwagenbau.
Und schon kurz nachdem der erste 1964 vom Band lief, genauer gesagt ein Jahr später, war er auch in der halboffenen Version Targa zu haben.
Benannt nach dem Targa Florio, einem italienischen Langstreckenrennen, bei dem Porsche viele Erfolge einfuhr, geht seine Schöpfung allerdings auf amerikanische Straßenverkehrsvorgaben zurück.

War das Dach des ersten Targa ausschließlich händisch zu entfernen, erledigt der Wagen das Öffnen heutzutage vollautomatisch.
Gerade einmal 19 Sekunden vergehen und das Freiluftvergnügen beginnt.

Das Interieur des Zuffenhauseners lässt sich entsprechend der Modellvielfalt ganz unterschiedlich individuell gestalten.
Unser Targa kam mit schwarzem Leder, aufgelockert durch weiße Kontrastnähte.
Dieser klassische Stil findet sicherlich viele Käufer – eigentlich unnötig zu erwähnen, dass ein dunkel gehaltenes Interieur auch am wenigsten für Spiegelungen sorgt.
Fahrerorientiert, wie man es von einem Porsche erwartet, ist auch das gebogene Tachodisplay, das sich in vielen verschiedenen Anzeigearten einstellen lässt.
Mit 12,6 Zoll ist es größer als der knapp 11 Zoll große Bildschirm über der Mittelkonsole.
Wie bei seinen Vorgängern bietet auch das aktuelle Modell im Fond lediglich Notsitze.
Immerhin hält der so genannte Frunk, also der vordere Laderaum des knapp 4,5 Meter langen Sportlers, 135 Liter Stauraum bereit.
Fülle an Möglichkeiten ...
Der 911 mit Spange ist in zwei Varianten zu haben. So gibt es ihn als Targa 4S aktuell ab 180.600 Euro und als Targa 4 GTS ab 199.500 Euro.
Der Einstiegs-Targa 4S bringt schon einiges mit sich, wie etwa Lederbestuhlung, 20 Zoll große Aluräder, Hinterachslenkung, Zweizonen-Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung oder Matrix-LED-Scheinwerfer.
In Sachen erweiterte Sonderausstattung eröffnet sich dem Porschefreund dann eine Fülle weiterer Ausstattungsmöglichkeiten.
So gibt es verschiedenste Lackvariationen bis hin zur individuellen Wunschfarbe, Interieur-Designpakete, Nachtsichtsystem, Karbon-Keramik-Bremsen und etliches mehr.
Technische Meisterleistung
Bei all den möglichen Extras gerät das Herz des Porsche 911 fast aus dem Blick, zumindest, bis man sich reinsetzt und den Motor anlässt.
Mit einem Fauchen erwacht der Dreiliter-Boxer zum Leben.
Das Triebwerk wird durch zwei Turbolader beatmet, die ihm zu einer beeindruckenden Leistungsausbeute verhelfen.
Ein Turboloch gibt es nicht, der Boxer dreht gleichmäßig und druckvoll hoch, wobei es oberhalb der 5.000 Touren noch ein spürbares Extra an Schub gibt.

Der Targa kommt wie gesagt als 4S und als GTS.
Während letzterer von einer 3,6 Liter großen Maschine angetrieben wird (540 PS), sorgt der etwas hubraumkleinere Boxer im 4S immerhin noch mit 480 PS für eine Beschleunigung von 3,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.
Porsche entlockte dem Motor ein Drehmoment von 530 Newtonmeter.
Das ermöglicht eine hohe Elastizität, dank derer beim Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h lediglich 2,2 Sekunden benötigt werden.
Entscheidet man sich für das Sport Chrono Paket, ist der 911er noch einmal 0,2 Sekunden schneller auf 100.
Dazu sollte man allerdings einen der beiden Sport-Modi auswählen.
Dann schaltet die Doppelkupplungsautomatik ihre acht Gänge blitzschnell und völlig unmerklich durch.
Wie erwähnt, kommt der offene 911er mit einer Hinterachslenkung, die dem knapp 1,6 Tonnen schweren Wagen zu einer Leichtfüßigkeit verhilft, die wirklich verblüfft.
So lässt sich auch abseits der Rennstrecke erahnen, über welches Potential man am Steuer eines solchen Wagen verfügt.
Für viele ist der Porsche 911 heutzutage weit mehr, als ein Sportwagen.
Er ist mittlerweile zum fahrenden Sammlerobjekt geworden, ihn kann man problemlos an die nächste Generation weitervererben, denn die Technik ist bei entsprechender Pflege zuverlässig.
Dedicated to our english readers
The Invention of a New Vehicle Class: The Targa was Porsche's response to a debate taking place in the crucial US market in the early 1960s.
Between Detroit and Dallas, open-top cars suddenly came to be viewed as dangerous – it was argued they offered occupants too little protection in the event of an accident.
Dark clouds were gathering over the future of the cabriolet.
Naturally, this development was met with little enthusiasm in Stuttgart-Zuffenhausen; even the 356 had predominantly made its journey overseas with a soft top.
The Swabians had no intention of losing customers in the sunny US states, and the sales department vehemently pushed for an open-top variant.
As a result, something new had to be created – a smart solution in true Porsche style that reconciled apparent contradictions: visually attractive, yet with a form strictly following function.
Once again, motorsport provided the inspiration
It had long been standard practice among racing customers to equip open sports cars with a roll bar – after all, the battle for seconds and positions could end in a double flip.
However, those early designs were far from stylish.
For Ferdinand Alexander ("Butzi") Porsche, who was generally not a fan of a cabriolet version of his fastback masterpiece, a clumsy tube frame was entirely out of the question.
But what if the bar could take on a beautiful shape made of stainless steel, looking sporty and elegant while still projecting massive strength?
The basic idea for the "safety cabriolet" was born.
When the curtain lifted on the new hopeful at the Frankfurt Motor Show (IAA) in September 1965, the car had already been christened.
Just as the iconic name "Carrera" referenced Porsche's early successes at the famous Carrera Panamericana race in Mexico, the name of this roll-bar model was meant to evoke motorsport associations.
"Le Mans" or "Monza" were obvious choices, but both were already taken.
However, Porsche had just won a famous endurance race in Sicily for the fourth time in five years: the Targa Florio.
For a short time, the name "Targa Flori" was considered.
But domestic sales manager Harald Wagner feared people would shorten it to the nickname "Flori" and settled the search by asking: "Why don't we just call it 'Targa'?"
Thats how the generic term for vehicles with a removable center roof section was born.
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