Die nördlichste der japanischen Inseln bleibt für viele ein Geheimnis. Wer die urbane Atmosphäre von Sapporo hinter sich lässt, findet im Osten eine Landschaft, die unberührt wirkt. Hier gibt die Natur gibt das Tempo vor, der Horizont scheint kein Ende zu nehmen.
Sie ragt etwa 28 Kilometer in die Nemuro Straße und gilt als größte Sandnehrung des Landes.
Ihre gebogene Form und das flache Relief lassen das Land förmlich in die See hinaustreten. Über Jahrhunderte entstanden durch Gezeitenablagerungen Feuchtgebiete, Wattflächen und Lebensräume für erstaunlich viele Tierarten.
Ein besonderer Ort ist Todowara, er wird oft das Ende der Welt genannt.
Einst stand hier ein Wald aus alten Sachalin Tannen. Heute liegen bleiche Stämme über den Flats, zurückgelassen von Meerwassereintrag und allmählicher Bodensenkung.
Die letzten Stämme werden wohl in einigen Jahren verschwunden sein, daher lohnt sich ein Besuch, solange diese Landschaft noch so zu sehen.
Wer zu Fuß unterwegs sein möchte, startet am Notsuke Peninsula Nature Center.
Der Weg nach Todowara ist etwa 1,5 Kilometer lang (rund 30 Minuten pro Richtung), führt über Pfade und Holzstege.
Saisonale Blüten wie Taglilien, Wildindigo und Apfel‑Rosen setzen Farbtupfer in die karge Landschaft; häufig ziehen Ezo‑Hirsche in der Nähe vorbei.
Auch Vogelbeobachter kommen auf ihre Kosten. Mehr als 250 Arten wurden auf Notsuke nachgewiesen, ungefähr 40 Prozent der in Japan bestätigten Arten.
Während der Saison fahren die Schiffe täglich. Tickets gibt es online oder direkt am Hafen. Shuttlebusse bringen Gäste vom Bahnhof Abashiri und aus nahegelegenen Hotels zur Anlegestelle.
Für Anreisende per Auto stehen Parkplätze am Terminal bereit.
Rund um das Thema Eis gibt es weitere Erlebnisse.
1. In Shiretoko führen Guides auf geführten Touren über Treibeis. Dafür trägt man einen speziellen Trockentauchanzug und bewegt sich Schritt für Schritt über die Schollen.
2. In Abashiri erklärt das Okhotsk Drift Ice Museum die Entstehung des Eises. In einem Kälteraum kann man echte Treibeisblöcke anfassen.
3. An nahegelegenen Seen ist saisonal Wakasagi‑Angeln möglich.
Alles zusammen genommen bietet sich hier ein abwechslungsreicher Einblick in die Winterökologie der Region.
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von Maximilien Rehm
Ausgangspunkt ist der Flughafen Nakashibetsu, der östlichste Flughafen Japans. Verbindungen hierher gibt es über Tokio (Haneda) und Sapporo (New Chitose, Okadama).
Auch die geringe Flugfrequenz verstärkt das Gefühl eines besonderen, wenig bereisten Ortes.
Dieser Artikel beschreibt eine kompakte Route durch Hokkaidos östliche Grenzregion vor – als konkreter Reisevorschlag oder als Inspiration.
Im Mittelpunkt stehen zwei Ziele:
- die Notsuke‑Halbinsel
- das Treibeis im Ochotskischen Meer.
Ausgangspunkt ist der Flughafen Nakashibetsu, der östlichste Flughafen Japans. Verbindungen hierher gibt es über Tokio (Haneda) und Sapporo (New Chitose, Okadama).
Zugleich liegt Nakashibetsu etwa zwei Stunden Fahrt von Memanbetsu entfernt, dem Zugangspunkt zu den Treibeisfahrten. Von dort sind es rund 30 Minuten bis zur Notsuke Halbinsel.
Sie ragt etwa 28 Kilometer in die Nemuro Straße und gilt als größte Sandnehrung des Landes.
Ihre gebogene Form und das flache Relief lassen das Land förmlich in die See hinaustreten. Über Jahrhunderte entstanden durch Gezeitenablagerungen Feuchtgebiete, Wattflächen und Lebensräume für erstaunlich viele Tierarten.
Ein besonderer Ort ist Todowara, er wird oft das Ende der Welt genannt.
Einst stand hier ein Wald aus alten Sachalin Tannen. Heute liegen bleiche Stämme über den Flats, zurückgelassen von Meerwassereintrag und allmählicher Bodensenkung.
Die letzten Stämme werden wohl in einigen Jahren verschwunden sein, daher lohnt sich ein Besuch, solange diese Landschaft noch so zu sehen.
Der Weg nach Todowara ist etwa 1,5 Kilometer lang (rund 30 Minuten pro Richtung), führt über Pfade und Holzstege.
Saisonale Blüten wie Taglilien, Wildindigo und Apfel‑Rosen setzen Farbtupfer in die karge Landschaft; häufig ziehen Ezo‑Hirsche in der Nähe vorbei.
Die Infrastruktur ist schlicht, der Reiz liegt in der Ruhe.
Eine alternative Perspektive bieten Ausflugsboote ab dem Fischereihafen Odaito.
Eine alternative Perspektive bieten Ausflugsboote ab dem Fischereihafen Odaito.
Nach etwa 30 Minuten erreichen sie den Steg von Todowara.
Unterwegs öffnen sich Blicke auf Tidenkanäle, je nach Saison ruhen gefleckte Seehunde auf Sandbänken.
Am Ziel verbleiben 30 bis 50 Minuten, um die Wege zu erkunden, bevor es mit dem nächsten Boot wieder zurück zum Ausgangszuel geht.
Am Ziel verbleiben 30 bis 50 Minuten, um die Wege zu erkunden, bevor es mit dem nächsten Boot wieder zurück zum Ausgangszuel geht.
Im Winter kommen Seeadler hinzu.
Beobachtungshütten ermöglichen grandiose Blicke. Lokale Guides bieten zudem langsame Erkundungsfahrten ab dem Nature Center an, um die Vögel in der klaren Luft aufzuspüren.
Fahrt mit dem Eisbrecher Aurora
Von der Notsuke‑Halbinsel führt die Reise uns westwärts entlang der Ochotsk‑Küste nach Abashiri, dem Zentrum für Treibeisfahrten.
Per Auto dauert die Panoramastrecke rund zweieinhalb Stunden. Der öffentliche Verkehr verbindet die Region ebenfalls, doch wer flexibel für Foto‑ und Zeitstopps sein möchte, ist mit dem Wagen klar im Vorteil.
Bei guter Sicht strahlt der Horizont in Blau‑ und Weißtönen, mit etwas Glück sonnen sich Robben auf den Schollen.
Da die Bedingungen schwanken können, lohnt es sich, den Wetterbericht regelmäßig im Blick zu behalten.
Treibeis gilt als eines der eindruckvollsten Winterschauspiele von Hokkaido. Jedes Jahr zwischen Ende Januar und Ende März treiben gewaltige Schollen vom Amur herab und bedecken das Ochotskische Meer.
Höhepunkt der Reise in diese dramatische Region ist eine rund 60‑minütige Fahrt mit dem Eisbrecher Aurora.
Das Schiff pflügt durch die gefrorene See, Eisblöcke knacken, Möwen umkreisen das Arbeitstier. An Bord gibt es beheizte Innenräume, doch die meisten zieht es natürlich auf das offene Deck.
Bei guter Sicht strahlt der Horizont in Blau‑ und Weißtönen, mit etwas Glück sonnen sich Robben auf den Schollen.
Da die Bedingungen schwanken können, lohnt es sich, den Wetterbericht regelmäßig im Blick zu behalten.
Für Anreisende per Auto stehen Parkplätze am Terminal bereit.
Rund um das Thema Eis gibt es weitere Erlebnisse.
1. In Shiretoko führen Guides auf geführten Touren über Treibeis. Dafür trägt man einen speziellen Trockentauchanzug und bewegt sich Schritt für Schritt über die Schollen.
2. In Abashiri erklärt das Okhotsk Drift Ice Museum die Entstehung des Eises. In einem Kälteraum kann man echte Treibeisblöcke anfassen.
3. An nahegelegenen Seen ist saisonal Wakasagi‑Angeln möglich.
Alles zusammen genommen bietet sich hier ein abwechslungsreicher Einblick in die Winterökologie der Region.
Wer mehr Zeit hat, erweitert die Reise. Besucht zum Beisiel Lake Akan, etwa zwei Stunden von Notsuke entfernt.
Dort geben Museen und Workshops Einblick in die Kultur der Ainu. Die Uferlandschaften sind eindrucksvoll, Onsen laden zum Aufwärmen ein.
Unbedingt probieren:
Dort geben Museen und Workshops Einblick in die Kultur der Ainu. Die Uferlandschaften sind eindrucksvoll, Onsen laden zum Aufwärmen ein.
Unbedingt probieren:
Fisch von Holzkohlegrill in Kushiro oder frisch gefangene Austern und regionale Whiskys in Akkeshi.
In Sapporo setzt die Reise einen ganz anderen Akzent. Moderne Kunst und eine große Restaurantszene bilden den lebendigen Abschluss einer in jeder Hinsicht nachhaltig beeindruckenden Reise quasi an das Ende der Welt.
In Sapporo setzt die Reise einen ganz anderen Akzent. Moderne Kunst und eine große Restaurantszene bilden den lebendigen Abschluss einer in jeder Hinsicht nachhaltig beeindruckenden Reise quasi an das Ende der Welt.
Anreise und Logistik
Flughäfen:
- Nakashibetsu (SHB) ist am bequemsten für Notsuke
- die Route Haneda–Nakashibetsu wird meist mit einem täglichen Flug bedient
- häufig ist die Anreise via New Chitose (CTS) oder Sapporo Okadama (OKD) am reibungslosesten. - Memanbetsu (MMB) ist ideal für Abashiri und die Treibeis‑Saison
- es gibt regelmäßige Verbindungen ab CTS/OKD sowie saisonal ein bis zwei tägliche Flüge ab Tokio.
Winterfahren per Auto
Straßen können glatt und windanfällig sein.
Wer selbst fährt, sollte die Verkehrsregeln studieren, auf Winterreifen achten und ausreichende Zeitpuffer für Wetterumschwünge einplanen.
Alternative: Fahrt mit Chauffeur ist komfortabler und sicherer.
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